VERSELBSTSTÄNDIGUNG

Unser Verselbstständigungsangebot

1. Platzzahl / Größe der Betreuungseinheit.

Das Verselbstständigungsangebot kann in vier abgeschlossenen Wohneinheiten Platz für bis zu 9 Jugendlichen / jungen Erwachsenen bieten.

2. Betreuungsdichte/Qualifikation der MitarbeiterInnen

Die Jugendlichen/ jungen Erwachsenen werden von 2 pädagogischen MitarbeiterInnen betreut.
Nachtbereitschaften sowie Dienste an Wochenenden finden nicht statt.
Im Verselbstständigungsangebot liegt der Betreuungsschlüssel bei 1:5,5.

3. Rechtliche Grundlage
Die rechtliche Grundlage sind: SGB VIII/KJHG §§ 27;34 in Verbindung mit § 41 KJHG.

4. Zielgruppe
Das Angebot im Verselbstständigungsangebot richtet sich an verschiedene Gruppen von jungen Menschen:

  • Gemeint sind zum einen die Jugendlichen, die in ihrer persönlichen Entwicklung und Haltung bereits eine gewisse Selbständigkeit und Verlässlichkeit erreicht haben und diese nun in einem veränderten Rahmen erproben und stabilisieren möchten. Für diese jungen Menschen besteht außerdem das weiterführende Angebot einer Begleitung hinsichtlich des Auszuges in eine eigene Wohnung bzw. hinsichtlich der Ablösung von der Einrichtung in Form von Nachbetreuung.
  • Das Verselbstständigungsangebot wendet sich außerdem an Jugendliche oder junge Erwachsene, bei denen aufgrund ihres Alters oder sonstiger Umstände perspektivisch die Beendigung von Jugendhilfe ansteht – ungeachtet deren persönlicher  Fähigkeiten bzw. dem vorhandenen Grad an Selbstständigkeit und Reife.
  • Ganz im Gegenteil weisen diese jungen Erwachsenen in der Regel große Defizite in allen lebenspraktischen Bereichen auf. Eine besonders intensive Form der Betreuung ist hier angezeigt.
  • Angesprochen sind darüber hinaus auch junge Menschen, die im Rahmen der Jugendhilfe nur an einer Nachbetreuung in der eigenen Wohnung durch die MitarbeiterInnen interessiert sind.
  • Eine weitere Gruppe umfasst jugendliche (minderjährige) unbegleitete Flüchtlinge mit unterschiedlichem kulturellem, sozialem und nationalem Hintergrund. Die Heimunterbringung auf Grund von erheblichen Erziehungsdefiziten und Verwahrlosung liegt bei diesen Menschen nicht explizit vor.
  • Die Heimunterbringung erfolgt ursächlich durch die politischen Situation des Herkunftslandes.
    Flüchtlinge werden häufig als „auffällige Migrantengruppe“ bezeichnet, da sie nicht Auswanderer aus eigener Wahl sind, sondern aus unterschiedlichen Gründen gezwungenermaßen emigrieren. Mit dieser Migration sind Spannungen und Ängste verbunden. Es entstehen oftmals Anpassungs- und Akzeptanzprobleme im persönlichen, gesellschaftlichen, familiären und politischen Bereich. Die jugendlichen Flüchtlinge sind zudem häufig traumatisiert durch Kriegserlebnisse, die Trennung bzw. den Tod von engen Familienmitgliedern sowie selbst durchlebter Lebensgefahr. Sie wurden aus ihrem vertrauten sozialen und kulturellen Umfeld gerissen, familiäre Bindungen wurden zerstört.
    Die jugendlichen Flüchtlinge werden in dieser unsicheren Situation mit neuen Lebensformen, unbekannten gesellschaftlichen Normen und einer ihnen meist fremden Sprache konfrontiert. Hinzu kommen eine häufig unklar definierte Dauer ihres Aufenthalts sowie Probleme bzgl. ihres Aufenthaltsstatus. Daneben erleben die Jugendlichen z. T. Ablehnung, Vorurteile und Ressentiments, z.B. aufgrund ihrer Hautfarbe etc.
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